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6. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Philipp Ingenillem, der Oscar-Mitgewinner

Hotel vor9 startet heute die neue Rubrik "Gästebuch", in der Persönlichkeiten der Hotellerie vorgestellt werden. Dies aber nicht auf die "businessmäßige" Art, sondern mit einem Blick auf das Persönliche, um unseren Gast etwas kennenzulernen. Los geht es an diesem Freitag mit Philipp Ingenillem (Foto), einer der prägenden Figuren im hiesigen digitalen Hotelmarketing und Gesellschafter von Online Birds.

Online Birds Philipp Ingenillem Foto Online Birds

Philipp Ingenillem kennt die Hotellerie von der Pike auf und ist einer der Top-Experten im digitalen Hotelmarketing 

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Mit 14 wollte ich Schriftsteller werden. Ich habe mit 15 und 16 Gedichte und Kurzgeschichten geschrieben. Mich hat Sprache früh fasziniert.

Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen? Bei Online Birds müsste man eher Fragen "in die Peripherie der Hotellerie" oder "zum Thema Hotellerie" gekommen?
Ich bin gelernter Hotelfachmann und habe acht Jahre in der operativen Hotellerie gearbeitet. Somit: eher pragmatisch als geplant. Nach dem Abitur wusste ich nicht genau, wohin mein Weg führen sollte. Meine Eltern meinten damals, die Hotellerie passe gut zu mir, weil ich kommunikativ sei. Sie hatten recht.

Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Ein Gespräch mit einem befreundeten Coach an einem echten Scheidepunkt. Ich hatte zwei Angebote: eine gut dotierte Managementrolle bei einer Hotelgruppe und die unsichere Idee von Online Birds. Er stellte zwei Sitzgelegenheiten in den Raum. Einen harten Holzstuhl für das Start-up und einen bequemen Sessel für das sichere Angebot. Auf dem Holzstuhl saß ich aufrechter, deswegen habe ich mich für Online Birds entschieden. :)

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Schöne Hotels und vor allem die interessanten, aufgeschlossene Menschen, denen ich in der Branche tagtäglich begegne.

Was nervt Sie am meisten?
Der permanente Spagat zwischen Reisen und Familie. Bin ich unterwegs, habe ich das Gefühl, nicht genug für meine Familie da zu sein. Bin ich zuhause, frage ich mich manchmal, ob ich dem Job gerecht werde.

Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?
Mehr Investitionsbereitschaft in digitale Infrastruktur und digitales Marketing. In Ländern wie Österreich liegen die Budgets dafür spürbar höher. Dazu kommt der Mut zur klaren Positionierung.

Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Während meiner Zeit im Claridge’s in London erhielt die Telefonzentrale nach dem Check-out eines Gastes einen Anruf. Ein wichtiges Dokument sei im Zimmer liegengeblieben. Ich ging in das noch nicht gereinigte Zimmer und fand ein mit der Schreibmaschine verfasstes Drehbuch, das per Express in die USA geschickt wurde. Erst später erfuhr ich, dass es sich um das Originalskript zu "Lost in Translation" von Sophia Coppola handelte, wofür sie den Oscar erhielt.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
An die Ostküste, dann Japan und Neuseeland, dort essen, lesen, wandern. Viel Zeit mit meinen Kindern verleben und einfach im Hier und Jetzt verweilen.

Wie schalten Sie ab?
Primär durch bewusstes Atmen in der Natur, Joggen, Lesen, Zeit mit meiner Familie, Filme und bewussten Digitalentzug zuhause.

Welches Buch lesen Sie gerade?
"Salzwasser" von Charles Simmons. Ein leiser, melancholischer Roman über erste Liebe und Verlust, sehr präzise beobachtet.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Checker Tobi Teil 3" bei der Premiere gemeinsam mit meiner Familie und Tobias Krell.

Ihr Lieblingsessen?
Pasta mit Tomaten, Mozzarella, Knoblauch und Chili. Entstanden aus Zeit- und Geldmangel in jungen Jahren, geblieben, weil es immer noch schmeckt.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
In die Lüneburger Heide, ins wirklich wundervolle Landhaus Averbeck.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Ehrlich?!: Meine Mutter. Sie ist sehr früh verstorben.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
An einem Ort mit Naturbezug. Am Wasser oder in den Bergen. Ein einfaches Haus, wenig Technik, Abstand von großen Städten.

Philipp Ingenillem ist Gesellschafter von Online Birds und dort als Chief Sales Officer (CSO) tätig. Er ist einer der bekanntesten Experten für digitales Marketing in der Hotellerie. Ingenillem verbindet operative Erfahrung aus der internationalen Luxushotellerie mit einem strategischen Blick für die digitale Transformation. In Vorträgen überzeugt er mit klaren Analysen, praxisnahen Impulsen und einer Haltung, die Hotels dazu ermutigt, ihren digitalen Vertrieb selbst in die Hand zu nehmen.

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